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Workshop neuer Grünzug Michaelkirchstraße – die „ecke“ berichtet

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In diesem u, a. Originalartikel aus der „ecke No 5 November Dezember 2021“ lesen Sie Begriffe wie „Anwohnis“, „Bürgeris“, „Fußgängis“ und „Radfahris“ – die Redaktion der ecke fährt damit ein Gender-Experiment – und freut sich dazu über Ihre Meinung!
Mehr über dieser Aktion ist hier in der PDF-Ausgabe der ecke zu lesen.


Weniger Autoverkehr, mehr Aufenthaltsqualität

Zur Gestaltung des geplanten Grünzugs Michaelkirchstraße fand Ende Oktober ein Workshop statt

Schon seit längerem verfolgt der Bezirk Mitte das Ziel, dem Raum zwischen Michaelkirchplatz und Michaelkirchstraße Ecke Köpenicker mehr Aufenthaltsqualität zu verleihen.

So empfiehlt das bezirkliche Verkehrskonzept den Umbau der Michaelkirchstraße als einen Maßnahmenschwerpunkt. Der südliche Abschnitt der Straße soll verkehrsberuhigt und der Grünraum in Verbindung mit dem Straßenraum aufgewertet werden.

Dazu hat das Bezirksamt ein Planungskonzept in Auftrag gegeben, mit der Erarbeitung wurden das Landschaftsarchitekturbüro bgmr und das Büro Gruppe Planwerk beauftragt.

Bereits Ende April 2021 hatte ein Kiezspaziergang stattgefunden, um gemeinsam mit den Anwohnis eine Bestandsaufnahme der Stärken und der Schwachpunkte zu machen. Dabei wurden die von den Bürgeris angesprochenen Kritikpunkte und Stärken des Orts, ihre Wünsche und Vorstellungen für eine künftige Gestaltung aufgenommen.

Um die Ziele des Umbaus grundlegend zu klären, entwickelten die Büros nun im zweiten Schritt drei Planungsvarianten, die den Bürgis im Rahmen eines Workshops am 26. Oktober (also bereits nach Redaktionsschluss) präsentiert und zur Diskussion gestellt wurden.

Wer nicht daran teilnehmen konnte, hat nun die Möglichkeit, auf der Online-Beteiligungsplattform meinberlin.de/.. die Vorschläge einzusehen und Kommentare dazu abzugeben.

Definiert werden vier räumliche Schwerpunkte: der Michaelkirchplatz, die Grünfläche entlang der Michaelkirchstraße, der Verkehrsbereich der Straße sowie der Einmündungsbereich der Köpenicker Straße. Die beim Spaziergang geäußerten Wünsche und Vorschläge der Anwohnis zu den einzelnen Orten wurden in der Präsentation nochmals aufgelistet.

Zugleich wurden die Ergebnisse einer Untersuchung des Baumbestandes vorgestellt. Untersucht wurden auch Rahmenbedingungen wie Brandschutz, Entwässerung, Vegetation und bauliche Gegebenheiten. In der Präsentation werden Zielbilder definiert, die sich an wesentlichen Aspekten orientieren:

Zum einen die Erfordernisse an Straßen als städtische Freiräume im Zuge der Mobilitätswende und eine Neuverteilung der Verkehrsflächen, die die Bedürfnisse von Fußgängis und Radfahris stärker in den Fokus rückt.

Zum zweiten die Berücksichtigung des Klimawandels und eine nachhaltige, klimagerechte Umgestaltung.

Zum dritten mehr Aufenthaltsqualität und Raum für diverse Freizeitaktivitäten. Und schließlich auch die Berücksichtigung historischer Bezüge, etwa zur Michaelkirche oder zu dem geplanten Gedenkort für Gustav und Otto Lilienthal (siehe auch S. 10).

Die vier räumlichen Schwerpunkte werden im Konzept definiert als: Kirchplatz, Michaelpromenade, „Michaelgarten“ sowie „Lilienthalplatz Gustav + Otto“.

Für jeden dieser Orte werden feste Zielvorgaben definiert. So wird etwa für den Michaelkirchplatz die Schließung der Melchiorstraße für den motorisierten Verkehr und die Öffnung für vielfältige Nutzungen, für den Aufenthalt und zum Spielen angestrebt.

Die historischen „grünen Dreiecke“ sollen wiederhergestellt werden, durch die Aufgabe der Parkplätze an diesem Ort soll eine Versickerung des anfallenden Regenwassers ermöglicht werden.

Für den künftigen Lilienthalplatz „Gustav + Otto“ an der Einmündung zur Köpenicker Straße wird eine Verschmälerung der Fahrbahn von 9 auf 6 Meter angestrebt. Geplant sind informative Ausstellungsflächen zu den Namensgebern des Platzes. Für Radfahris soll es farbige Markierungen im Kreuzungsbereich geben. Das Regenwasser soll über Vegetationsflächen versickern.

Für den „Michaelgarten“, den Grünraum entlang der Straße, wird eine naturnahe Gestaltung mit Blühsträuchern und artenreicher Wiese favorisiert. Flächen für gemeinschaftliches Gärtnern, wie von vielen Anwohnis gewünscht, tragen zur Stärkung von Nachbarschaften bei.

Die „Michaelpromenade“ soll an den Klimawandel angepasst sowie zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden.

Der überdimensionierte Straßenraum kann um drei Meter in der Breite reduziert werden, Parkplätze werden zugunsten von breiteren Gehwegen reduziert.

Für jeden dieser Orte wurden auf dem Workshop mit den Anwohnis zusätzliche Angebote und Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert.

Doch bevor weitere Detailplanungen beginnen können, muss zunächst die Finanzierung des Projekts geklärt und gesichert werden und die detaillierte Abstimmung mit der Verwaltung erfolgen.


ecke köpenicker No 5 November Dezember 2021 - PDF hier herunterladen
ecke köpenicker No 5 November Dezember 2021 – PDF hier herunterladen

Quelle: us in ecke No 5 November Dezember 2021 (lesen/downloaden hier)

Die komplette Planung ist noch bis zum 10. November 2021 auf der Plattform meinberlin.de/projekte/.. einzusehen, hier besteht zudem die Möglichkeit, sich dazu zu äußern und sich mit Ideen in die Planung einzubringen. Dazu ist eine voerherige Registrierung erforderlich.

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Auf dieser Beteiligungsseite finden Sie auch nach einigen neugierigen Klicks die komplette, sehr detaillierte Präsentation des Planungskonzeptes für den Bürgerworkshop am 26. Oktober 2021 (Abbildung oben;  47 Seiten, 11,7 MB).
Hier der Direktlink zum Download!


Siehe auch unser Beitrag
www.Luise-Bord.de/2021/allgemein/5932-di-26-oktober-2021-oeffentlicher-workshop-planungskonzept-michaelkirchstrasse


 

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