Wer rettet die Eisfabrik? Schützt das Denkmal!

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Um das Denkmalensemble Norddeutsche Eiswerke wird seit über 15 Jahren gerungen. Trotz Denkmalschutz droht dem Wohn- und Industrieensemble der Abriss. In der Eisfabrik sind alle Produktionsvorgänge zur künstlichen Herstellung von Stangeneis seit mindestens 1905 nachvollziehbar.
Von 1914 bis 1991 wurde hier mit einer Dampfmaschine der Linde AG Stangeneis produziert. Ein Großteil der Maschinen  ist noch vorhanden.  Damit ist die Eisfabrik in Berlin-Mitte die einzige noch  im Orginal erhaltene Eisfabrik in ganz Deutschland.
Der jetzige Eigentümer des Grundstücks, die Treuhand (TLG), spekuliert seit Jahren mit dem Verkauf des Grundstücks. Durch den Leerstand leidet jedoch die Bausubstanz.

Rasant steigende Immobilienpreise in Berlin fördern die Erwartung der TLG, die Immobilie zu einem hohen Preis an einen Investor zu verkaufen, der aus dem Sahnegrundstück an der Spree den maximalen Gewinn schlagen kann: durch Abriss der denkmalgeschützten Gebäude und einer Neubebauung.

Die Vorstellungen des Bürgerverein Luisenstadt sind ganz andere:

Die Eisfabrik wird saniert!

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Das Sanierungsgebiet in der Umgebung der Eisfabrik benötigt dringend Einrichtungen, die den dortigen Bewohnern zur Verfügung stehen.
Das Areal der Eisfabrik bietet sich als Anziehungspunkt für seine Umgebung geradezu an und bietet Platz für kulturelle und soziale Nutzung.
Das noch erhaltene Wohnhaus kann in seinem historischen Charakter saniert und mit finanziell erschwinglichen Wohnungen komplettiert werden.
Aufgrund der langen Produktionszeit sind in der ehemaligen Fabrik die technischen Anlagen noch in gutem Zustand: Das Kessel- und das Maschinenhaus mit der Maschine zur Eiserzeugung sollte als Industriedenkmal wiederhergestellt und vom Spreeuferweg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hier ließe sich für Uferspaziergänger eine Gastronomie betreiben und Eis anbieten…

Weitere Nutzungsvorschläge sind immer willkommen!

Die Homepage der Initiative: www.Berlin-Eisfabrik.de

Kontakt: Peter Schwoch, eisfabrik@berlin-eisfabrik.de

Eine Ausstellung von Peter Schwoch und der Initiative zum Erhalt der Eisfabrik ist noch einmal ganztägig am Wochenende des „Tag des offenen Denkmals 2016“ zu sehen.
Das ist am Sa/So 10. und 11. September 2016 vor dem Vorderhaus der Eisfabrik in der Köpenicker Straße 40 in 10179 Berlin.

Zur Geschichte der Eisfabrik

Um 1860 Gründung der Norddeutschen Eiswerke durch Carl Bolle
1893 Erwerb des Grundstücks Köpenicker Straße 40/41 durch Carl Bolle
1896 Errichtung des ersten Großkühlhauses Deutschlands
1910 Errichtung von repräsentativen Wohn- und Fabrikgebäuden an der Köpenicker Straße
1914 Inbetriebnahme einer modernen Eisfabrik
1995 Einstellung der gesamten Produktion
Seitdem Verfall und Teilabriss

Nach der Privatisierung der TLG wurde das Denkmalareal aus ehemaligen Kühlhäusern, Wohn- und Fabrikgebäude im Jahr 2014  zum Verkauf angeboten.

Unter den Bietern befinden sich auch welche, die Kontakt zu den Initiativen vor Ort suchen und offen sind für die Entwicklung eines gemeinsamen Nutzungskonzepts. Doch keiner von diesen hat bisher einen Zuschlag erhalten.

Die Öffentliche Hand könnte durch Wahrnehmung ihres Vorkaufsrechtes das Areal retten und als technisches Denkmal und Kulturstandort erhalten.

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