Stadtteilzeitung ecke koepenicker Nr 5 Nov 2020

ecke köpenicker No. 5 2020: Köpenicker Straße bleibt Problemkind

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Während wir weiterhin auf das offizielle Protokoll der gemeinsamen Begehung der Köpenicker Straße am 20. Oktober 2020  warten, hat die Redaktion in der gerade erschienenen „ecke köpenicker“ schon mal ihr eigenes Fazit gezogen. Und das fällt keinesfalls zuversichtlich aus. Wie geben den Artikel von „us“ hier im Wortlaut wieder. Auch unsere Betroffenenvertretung kommt zu Wort …

Inzwischen bereitet unsere BV eine Anwohnerinformation „Tempo 30 in der Köpenicker“ vor und bittet die Anwohner um unterschriftliche Unterstützung.


Problemkind Köpenicker Straße

Auch eine Begehung zusammen mit Amtsvertretern versprach wenig Aussicht auf Besserung

Die Köpenicker ist das Problemkind unter den Straßen der Nördlichen Luisenstadt. Schon lange wird hier über Verkehrschaos, Baustellen, Lärm und Müll geklagt, über Reisebusse vor dem A&OHostel, über mangelnde Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger, über immer neue Einschränkungen durch immer neue Baustellenund über nächtlichen Taxiverkehr (die Clubs!).

Es ist eine lange Liste von Problemen, die sich mit der Zeit angehäuft haben.

Daher hatten sich die Betroffenenvertretung Nördliche Luisenstadt (die schon lange Tempo 30 für die Köpenicker fordert) und das Büro KoSP als Sanierungsbeauftragter darauf geeinigt, eine Straßenbegehung zu organisieren, zu der auch Vertreter der Ämter eingeladen waren: die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die bezirklichen Straßenverkehrsbehörde, das bezirkliche Straßenund Grünflächenamt sowie die Sanierungsverwaltungsstelle.

Beim Besichtigen der Problemzonen vor Ort, so die Hoffnung, würden sich vielleicht konstruktive Lösungsmöglichkeiten auftun. Akribisch wurde eine Route entlang der Köpenicker Straße zwischen Michaelkirchstraße und Engeldamm für die Begehung am 20. Oktober vorbereitet, wurden die wichtigsten Problempunkte aufgelistet und gemeinsam besichtigt.

Erste Station war die Köpenicker Straße 123, eine Baustelleneinrichtung wird hier noch bis Januar 2021 bestehen, eine Engstelle für Radfahrer tut sich auf, Autos überfahren die Radewegespur, die Geschwindigkeitsbegrenzung wird kaum eingehalten.

Station 2 nur ein paar Schritte weiter, Köpenicker Nr. 126:
hier ist in Zukunft von einer Baustellenrichtung für ein Neubauvorhaben auf dem Grundstück Köpenicker 48 auszugehen, für Fußgänger ist es schwer, von einer Straßenseite auf die andere zu kommen, hier gäbe es Bedarf für eine Querungsmöglichkeit. Nächstes

Highlight: das A&OHostel, Köpenicker 127:
eine Vielzahl von Verkehrsschildern trägt zur allgemeinen Verwirrung der Verkehrsteilnehmer bei, die Situation der Haltezone für Reisebusse ist immer noch nicht geklärt, eine Linienbus-Ersatzhaltestelle verengt die Straße für KFZ und Radverkehr.

Und so ging es auch an anderen Punkten weiter. Hinzu kommt: Es werden in absehbarer Zeit immer neue Baustelleinrichtungen dazugekommen (etwa der Schulneubau in der Adalbertstraße), was die Lage nicht einfacher macht.

Doch von Lösungen war der Rundgang viel weiter entfernt, als sich das die Betroffenenvertretung erhofft hatte.

Provisorische Querungshilfen für Fußgänger – schwierig. Hostelsituation: weiter ungeklärt.

Verkehrswidrige Tempoüberschreitungen, zugeparkte Radstreifen: Sache des Ordnungsamts bzw. der Polizei.

Tempo 30: Sache der Verkehrslenkung Berlin, die jetzt Verkehrsmanagement Berlin heißt.

Im Bereich Verkehr ist die zweistufige Verwaltung beson ders schwierig: Das Hauptstraßennetz (und zu diesen »über geordneten« Straßen zählt auch die Köpenicker) obliegt der Abteilung Verkehrsmanagement des Senats, die Nebenstraßen in die Zuständigkeit der Bezirke.

Aber auch temporäre Veränderungen (wie Baustelleneinrichtungen) gehören in die Zuständigkeit des Bezirks, müssen aber mit dem Verkehrsmanagement abgestimmt werden.

Zu registrieren sind auch Auseinandersetzungen um Verantwortlichkeiten, und natürlich sind alle beteiligten Ämter gebeutelt von Corona und notorischem Personalmangel.

Dazwischen steht der Bürger und hat es allmählich satt, dass sich – egal, an wen er sich auch wendet – kaum etwas Wesentliches ändert.

Auch in der Betroffenenvertretung macht sich allmählich Frustration breit und das Gefühl, einen aussichtslosen Kampf gegen Verwaltungsflügel zu führen.

»Manche Ämter wehren sich ja förmlich mit Händen und Füßen gegen jede Maßnahme«, so war zu hören. »Das wäre in anderen Städten undenkbar«, sagt einer, der bereits in mehreren Städten in der Kommunalpolitik beteiligt war, »da reißen sich die Bürgermeister darum, mal einen neuen Zebrastreifen einzuweihen, um Bürgernähe zu demonstrieren, und die Verwaltung versteht sich als Dienstleister«.

Nun wollen sie in einem Brief an die Verwaltungen Anwohnerforderungen formulieren. Und dabei war noch gar nicht die Rede von den illegalen Müllablageplätzen auf Gehwegen, von Spätis und ihren Öffnungszeiten, von Taxihalten …
us/ecke köpenicker


Quelle: Auszug aus der „ecke köpenicker No. 5 November 2020“

Lesen Sie hier die Inhaltsübersicht und die vollständige „ecke No. 5“ auf der Homepage des Bürgervereins Luisenstadt.

(Direkt zum PDF Download hier)


Lesen Sie auch:

OKTOBER 2020 – VOR-ORT BEGEHUNG DER KÖPENICKER STRASSE (Einladung)


 

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