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Der Betroffenenvertretung wurde der aktuelle Planungsstand vorgestellt.
Derzeit sieht die Adalbertstraße in ihrem Abschnitt zwischen Köpenicker und Melchiorstraße aus wie viele andere Straßen auch: parkende Autos entlang der Gehwege, einige Bäume, Kopfsteinpflaster, viel Durchgangsverkehr.
Zu viel – nicht nur aus Sicht vieler Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch, weil hier vor zwei Jahren die neue Grundschule eröffnet wurde und die Straße nun wieder Teil des Schulwegs vieler Kinder ist.
Die Liste der Probleme in der Adalbertstraße ist lang, auch Lärmbelastung, Reisebusparken und Gehwegschäden gehören dazu. Die Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Adalbertstraße stand deshalb schon lange auf der Vorhabenliste für das Sanierungs- und Fördergebiet Nördliche Luisenstadt.
Und wie bereits schon öfter an dieser Stelle berichtet, sind nun konkrete Planungen in Arbeit. Hierzu fand im April 2025 eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung statt (die Dokumentation finden Sie auf www.luisenstadt-mitte.de unter »Projekte« – »Adalbertstraße«).

Die dort vorgestellten Entwürfe stießen auf viel positive Resonanz, es wurde angeregt diskutiert, Ideen, Wünsche und Bedenken der Teilnehmenden aufgenommen.
Inzwischen wird die Planung im Auftrag des Bezirks durch die Planungsbüros Ramboll sowie Henning Larsen weiter konkretisiert. Die Grundzüge der Planung sind dabei die gleichen geblieben, wie in der öffentlichen Veranstaltung 2025 vorgestellt.
Allerdings gibt es bei der Konkretisierung viele technische Details zu berücksichtigen, die natürlich Einfluss auf die letztliche Umsetzung haben: Feuerwehraufstellflächen müssen berücksichtigt werden, ebenso wie die Leitungssysteme im Untergrund – denn die lassen nicht überall die Neupflanzung von Bäumen zu, die Standorte müssen also sorgfältig ausgewählt werden.
Es bleibt aber dabei, dass es nach der Umsetzung der Maßnahme mehr Bäume als bislang in diesem Straßenabschnitt geben soll. Zudem laufen derzeit noch Abstimmungen mit den Berliner Wasserbetrieben, die später die Mulden unterhalten sollen (BWB).
Denn bei den geplanten Versickerungsmulden müssen ebenfalls die Leitungen im Untergrund sowie Mindestabstände zur Mischwasserkanalisation berücksichtigt werden. Außerdem sind neue Anforderungen des nun in Kraft getretenen Klimaanpassungsgesetzes zu berücksichtigen.
Der derzeitige Planungsstand wurde kürzlich den Mitgliedern der Betroffenenvertretung Nördliche Luisenstadt bei einer Sanierungsbeiratssitzung vorgestellt. Dabei wurde rege diskutiert: so stellte das beauftragte Planungsbüro beispielsweise auch Möblierungsvorschläge für die geplanten Aufenthaltsbereiche vor, etwa Sitzmöbel und kleine Spielelemente.
Grundsätzlich gab es bei der Betroffenenvertretung allgemeine Zustimmung, jedoch gibt es die Sorge, dass die geplante Straßenmöblierung, die Sitzgelegenheiten und Spielgeräte schnell beschmiert oder durch Vandalismus beschädigt werden würden.
Auch besteht die Befürchtung, dass die jugendlichen Gäste des benachbarten a&o-Hostels die Sitzmöbel vor allem in den Abend- und Nachtstunden frequentieren könnten und die Anwohner dem damit verbundenen Geräuschpegel ausgesetzt wären.
Die Planerinnen und Planer sehen die Umgestaltung der Straße jedoch eher als Chance für mehr soziale Kontrolle, weil der neu gestaltete öffentliche Raum ja vor allem den Anrainern zur Verfügung stehen wird.
Und natürlich sorgt auch der Wegfall von Parkplätzen für Diskussionen: Einerseits ist es ja genau das Ziel der Umgestaltung, den öffentlichen Raum für neue Nutzungen zurückzugewinnen und den (Durchgangs)Verkehr möglichst herauszuhalten – die Verkehrsberuhigung dient schließlich auch der Schulwegsicherheit.
Andererseits sind durch weitere Maßnahmen im Umfeld bereits Stellplätze für Anwohnerinnen und Anwohner eingeschränkt worden, Alternativen, etwa in Tiefgaragen, gibt es im unmittelbaren Umfeld kaum.
Zwar gilt in der Adalbertstraße die Parkraumbewirtschaftung mit Anwohnerparken, jedoch gibt es weiterhin viel »Fremdverkehr« durch »Elterntaxen«, Sporthallennutzung und das a&o-Hostel.
Die Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich deshalb stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt und die Prüfung, ob in in der Adalbertstraße nach ihrem Umbau auch ein »reines Anwohnerparken« ausgewiesen werden könnte.
Aktuell befindet sich das Projekt in den Endzügen der Entwurfsplanung. Die nächsten Schritte sind die Fertigstellung der BPU (Bauplanungsunterlagen), die Ausführungsplanung, die Ausschreibung der Bauleistungen und die Planung der Baustelleneinrichtung.
Der Start des Umbaus ist für Sommer 2027 geplant.
Quelle: us in der ecke köpenicker 1 April 2026
Bild oben: Adalbertstraße (Foto ecke köpenicker / Ch. Eckelt)
Mehr Adalbertstraße hier im Blog

Hallo! In der öffentlichen Veranstaltung am 4. April 2025 wurde der Baustart für Sommer 2026 angekündigt. Warum verzögert sich denn nun die Umgestaltung um ein ganzes Jahr? Ich finde das enttäuschend. Die Anwohner werden auch überhaupt nicht über den Stand der Dinge informiert. Viele Grüße, Bernd Röder
(bereits zeitnah per Mail geantwortet)
Lieber Herr Röder,
vielen Dank für Ihr Interesse an der Entwicklung unseres Kiez-Areals und Ihre Nachricht! Es freut mich immer sehr zu sehen, wie aufmerksam die Umgestaltung der Luisenstadt von der Nachbarschaft begleitet wird.
Ihre Beobachtung ist völlig korrekt: Der ursprüngliche Zeitplan, der einen Baustart im Sommer 2026 vorsah, lässt sich leider nicht halten. Als Chronistin der Luisenstadt konnte ich dazu über die Berichte der Stadtteilzeitung ecke Köpenicker die genauen Hintergründe in Erfahrung bringen:
Zum einen gab es hinter den Kulissen einen ungeplanten Wechsel bei den Akteuren: Das im Frühjahr mit der Entwurfsplanung beauftragte Büro plan3 Ingenieure hat im Sommer überraschend seine Geschäfte aufgegeben. Die Planung musste daraufhin nahtlos an das Unternehmen Ramboll Deutschland übertragen werden.
Zum anderen liegt die Verzögerung im erfreulich hohen, aber eben zeitaufwendigen Anspruch des Projekts selbst. Die Adalbertstraße soll bekanntlich ein Vorzeigemodell für ein klimaresilientes, „blau-grünes“ Quartier werden – inklusive neuer Regenwasser-Versickerungsbeete und deutlich mehr Grün. Bei der Detailabstimmung mit den Berliner Wasserbetrieben stieß man jedoch auf komplexe bürokratische und technische Hürden. So mussten die Planer beispielsweise die Entwässerungsmulden auf Vorschrift der Wasserbetriebe von organischen Formen auf ein streng rechteckiges Raster umplanen, da die Wasserbetriebe später für die Pflege zuständig sind. Immerhin gibt es dabei auch eine gute Nachricht: Durch die Umplanung können mehr der alten, gesunden Bäume im Straßenraum erhalten bleiben.
Das Planungsbüro erarbeitet derzeit einen angepassten Bau- und Zeitplan. Sobald neue, belastbare Termine seitens des Bezirksamtes vorliegen, werde ich auf Luise-Nord.de natürlich sofort darüber berichten!
Herzliche Grüße nachbarschaftliche Grüße
Ralph Bauer / „Luise“