LETZTE ÄNDERUNG am Samstag 8. August 2026 15:47 durch Luise
Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
wir haben eine wertvolle Quelle für unser Kiez-Portal aufbereitet! Das Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement (KoSP GmbH) hat uns offiziell die Genehmigung erteilt, die Übersichtskarte aus den Stadtteil-Flyern zu veröffentlichen. Ein herzlicher Dank geht an Frau Ramona Tucholski von KoSP für die unkomplizierte Freigabe und die wichtigen fachlichen Hinweise.
Luisenstadt – 5 Köpfe – Podcast
NEU. Podcast inside! Siehe unten.
Wir haben uns den ursprünglichen Flyer von 2022 und die Neuauflage von 2025 genauer angesehen. Die Flyer beziehen sich auf das Fördergebiet Luisenstadt Mitte und spiegeln vor allem kommunale Vorhaben wider.
Flyer 2025 – Projekte in der Luisenstadt – Liste. Klick zur Großansicht
Viele private Bauvorhaben und einige übergeordnete Ziele des umfassenderen Sanierungsgebietes tauchen in der schönen Karten-Übersicht gar nicht erst auf.
Gerade jetzt im Sommer 2026 – kurz vor der geplanten Aufhebung des Sanierungsgebietes Anfang 2027 – ist es Zeit für eine offene Bilanz.
Wir stellen die glänzenden Planungen aus den offiziellen Flyern schonungslos der heutigen Kiez-Realität gegenüber – bei folgenden „Großbaustellen“:
Faktencheck 1: Spreeuferweg & Waisenbrücke
Versprochen:
Eine durchgängige, attraktiv gestaltete Uferpromenade und die Wiedererrichtung der Waisenbrücke (im Flyer 2022 noch die Projekte Nr. 27 und 28, heute Nr. 36 und 27).
Realität 2026:
Wir konnten im Juni zwar endlich den ersten Abschnitt des Spreeuferwegs feiern, aber er bleibt bis voraussichtlich 2029 nur ein Provisorium, weil die alten Ufer-Spundwände marode sind und aufwendig saniert werden müssen.
Die Durchgängigkeit hakt, und der Neubau der Waisenbrücke wurde von der Senatsverwaltung faktisch auf Eis gelegt, da angeblich die Brückenbaukapazitäten fehlen. Die Brücke wurde sogar aus der überarbeiteten ISEK-Planung Historische Mitte gestrichen.
Stillstand und Spekulation in der Luisenstadt
Luise war bei einer sehr aufschlussreichen Unterhaltung dabei – hier als Podcast:
Titel „Stillstand und Spekulation in der Luisenstadt“.
Eine verkehrsberuhigte Straße und ein sicherer Schulweg für den Neubau (Projekt Nr. 31, heute Nr. 35).
Realität 2026:
Die Grundschule ist bereits in Betrieb, aber von einem Umbau der Straße fehlt jede Spur. Nach der Insolvenz des ursprünglichen Planungsbüros verzögert sich der Baustart voraussichtlich auf den Sommer 2027 oder gar 2028.
Die Kinder sind auf ihrem Schulweg täglich durch Schleichverkehr und die parkenden Reisebusse des riesigen A&O-Hostels gefährdet.
Faktencheck 3: Postfuhramt & Gewerbevielfalt
Versprochen:
Reurbanisierung, eine lebendige Nutzungsmischung und der Erhalt von kleinteiligem Gewerbe 20, 21.
Realität 2026:
Das Postfuhramt ist ein trauriges Mahnmal des Stillstands und verrottet als Bauruine, während das Grundstück kürzlich an ein deutsches Wohnungsunternehmen weiterverkauft wurde.
Auch an der sanierten Eisfabrik sieht es düster aus: Das historische Maschinenhaus steht weiterhin ungenutzt hinter Bauzäunen leer, und im Neubau zog der Hauptmieter Trade Republic unerwartet wieder aus. Von der versprochenen kreativwirtschaftlichen Nutzung im Erdgeschoss ist kaum etwas zu sehen .
Faktencheck 4: Soziale Sanierungsziele
Versprochen:
Schaffung von preisgünstigem Wohnraum und sozialer Infrastruktur.
Realität 2026:
Diese Zielsetzung ist laut unserer Bilanz unzureichend erfüllt. Stattdessen dominieren hochpreisige Eigentums- und Studentenwohnungen sowie Büros für Start-ups das Bild, während sozial geförderter Wohnraum im Gebiet kaum bis gar nicht realisiert wurde.
Wie geht es weiter?
Die Betroffenenvertretung fordert, dass die unerledigten Maßnahmen – wie die Waisenbrücke und der Grünzug Michaelkirchstraße – in der Aufhebungsverordnung für das Sanierungsgebiet festgeschrieben werden.
Zudem müssen die Sanierungsausgleichsbeträge, die die Eigentümer für die sanierungsbedingten Wertsteigerungen noch bis 2031 zahlen müssen, zweckgebunden direkt hier bei uns im Kiez reinvestiert werden!
Wer tiefer in die damals rechtsverbindlich festgelegten Ziele einsteigen möchte, findet die Dokumente hier mit der Website des Gebietsbetreuers KoSP verlinkt:
Welche Unterschiede fallen euch auf, wenn ihr die offiziellen Versprechen mit eurer täglichen Kiez-Realität vergleicht? Die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag ist offen.
Oder besucht uns bei der nächsten öffentlichen Beratung im dialog 101 (bisherige Beratungsprotokolle)!