Der neue, fast schon legendäre Spreebalkon ist fertig. Foto: Ch. Eckelt, KI_enhanced

Erster Abschnitt Spreeuferweg kommt schon im Sommer

LETZTE ÄNDERUNG am Donnerstag 4. Juni 2026 17:46 durch Luise


Auch vor »Elements« soll jetzt zügig ein Provisorium eingerichtet werden.

Der erste Bauabschnitt des Spreeuferwegs in der Nördlichen Luisenstadt wird in diesem Sommer eröffnet werden. Dann kommt man zu Fuß oder mit dem Rad entlang des südlichen Ufers der Spree von der Schillingbrücke bis zum Wilhelmine-Gemberg-Weg. Bis es bis zum Märkischen Ufer weitergeht, wird es allerdings noch ein paar Jahre dauern.

Am 26. Juni 2026 ist die feierliche Eröffnung des ersten Teilstücks zwischen dem Wilhelmine-Gemberg-Weg und der Schillingbrücke geplant.

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Dann werden auch die vier »Geschichtsinseln« zu besichtigen sein, die entlang des Weges auf die bewegte Vergangenheit dieses Teiles unserer Stadt verweisen: als frühes Zentrum der Industrialisierung Berlins, in seiner Funktion als Grenzgebiet zwischen den militärischen Machtblöcken Europas oder als ein Ort der Clubkultur nach dem Fall der Berliner Mauer zum Beispiel.

Die Inhalte wurden durch das Büro »Die Exponauten« erarbeitet, für die Gestaltung und Umsetzung zeichnet sich das Büro minigram mit Firma Stein verantwortlich.

Man kann gespannt darauf sein, wie dieses Angebot von der Stadtgesellschaft angenommen wird – und nicht zuletzt auch von den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern Berlins.

Immerhin erschließt der neue Uferweg auch eine angenehme fuß- und radläufige Verbindung zwischen Kreuzberg und Berliner Mitte sowie zum Berliner Mauerweg Richtung East Side Gallery und könnte sich zu einer touristisch stark genutzten Strecke an einem weiteren Teilabschnitt des Berliner grünen Hauptweges entwickeln.

Vorerst werden drei Stichwege zur Köpenicker Straße die Durchlässigkeit zum Spreeuferweg herstellen: am sanierten alten Kühlhaus der Eisfabrik und dem spektakulären »Eiswerke«-Neubau des Architekturbüros Graft vorbei, über den etwas weniger aufregenden Wilhemine-Gemberg-Weg am Deutschen Architektur-Zentrum (DAZ) oder über den doch eher langweiligen Bona-Peiser-Weg neben dem Büroklotz von Verdi.

Später im Sommer soll auch der Abschnitt bis zur Michaelkirchbrücke durchlässig werden – jedoch als Provisorium.

Denn überall steht ja noch die Sanierung der Spundwände der Spree aus. Die ist zwar dringend notwendig, aber technisch aufwändig und vor allem in der Vorbereitungs- und Planungsphase höchst kompliziert, weil diverse Bundes-, Landes- und Bezirksbehörden mitplanen und -finanzieren.

Der unmittelbare Uferstreifen der Spree kann also erst 2029 ausgestaltet werden.

Am Ufer vor dem fast fertig gestellten Neubauprojekt »Elements« (Michaelkirchstraße 21) kommt eine weitere Komplikation hinzu: Hier steht eine Molchstation der Gaspipeline, die zum benachbarten Heizkraftwerk Mitte führt.

Dort kann man für Reinigungs- und Wartungsarbeiten Roboterfahrzeugen den Zugang zur Rohrleitung gewähren. So eine Molchstation wird zwar nur selten benötigt – aber man braucht sie eben und muss sie deshalb zugänglich und für schweres Gerät erreichbar halten.

So wird dieser Abschnitt des Uferweges auch zum Bestandteil der »kritischen Infrastruktur« unserer Stadt. Als Provisorium, das zunächst einmal nur die Wegefähigkeit herstellt, kann der Abschnitt dennoch ab Sommer genutzt werden.

Dabei sind baulich keine großen Probleme zu bewältigen, auch ein Geländesprung wie der zur »Spreeterrasse« vor dem Verdi-Bau in unserem Foto muss nicht bewältigt werden.

Bislang haben vor allem die Baustelleneinrichtung des »Elements«-Neubaus sowie parallele Planungen von NBB und der Uferwandsanierung die Umsetzung des öffentlichen Spreeuferwegs verhindert. Im Neubau von Elements soll in den Erdgeschossbereich auch eine gastronomische Nutzung einziehen.

Auch im Erdgeschossbereich des Graft-Baus auf dem Gelände der alten Eisfabrik war eigentlich eine gastronomische bzw. kulturelle Nutzung geplant. Das ist Teil des städtebaulichen Vertrages, die der Bezirk für das Grundstück ausgehandelt hat.

Allerdings war es nach Auskunft des Eigentümers bislang offenbar unmöglich, einen Betreiber für diesen Standort zu interessieren, was auch am mangelnden Laufpublikum des Ortes liegen könnte.

Die spannende Frage ist jetzt, ob sich diese Situation mit der Eröffnung des Spreeuferwegs ändert. Denn dann liegt der Standort ja in unmittelbarer Nähe zu den Arbeitswegen der Mitarbeitenden des DAZ, von Hochtief sowie des großen Medienkonzerns Universal, der demnächst bei Elements einziehen wird.

Quelle: cs in der ecke köpenicker 1 April 2026

Der neue, fast schon legendäre Spreebalkon ist fertig. Foto: Ch. Eckelt, KI_enhanced
Der neue, fast schon legendäre Spreebalkon ist noch abgesperrt! – Foto: Ch. Eckelt, KI_enhanced

Bild oben: Der neue, fast schon legendäre Spreebalkon ist noch abgesperrt! – Foto: Ch. Eckelt, KI_enhanced


ecke koepenicker 1/2026
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