LETZTE ÄNDERUNG am Donnerstag 4. Juni 2026 18:39 durch Luise
Die Luisenstadt ist vieles: Historischer Ort, Experimentierfeld der Stadtplanung und vor allem unser Zuhause. Doch wer in diesen Tagen durch das Viertel spaziert, sieht neben den blühenden Rabatten oft auch die Schattenseiten der urbanen Dichte.
Besonders an sommerlichen Wochenenden verwandelt sich unsere „Gute Stube“, der Park am Engelbecken, von einer Oase der Ruhe in ein Mahnmal der Übernutzung und Vermüllung.
Eine neue Initiative setzt genau hier an und vernetzt das bürgerschaftliche Engagement digital: die gemeinnützige Clean-up-Plattform „Kiezattacke“.
Was steckt hinter der Kiezattacke?
Gegründet wurde die Plattform von Janina und Michael Unger. Die Idee entsprang dem Alltag: Beim Gassigehen mit ihrem Hund in Wilmersdorf störten sie sich am herumliegenden Abfall. Anstatt es beim Ärgern zu belassen, entwickelten die Immobilienmaklerin und der IT-Spezialist ein System, das Engagement sichtbar macht und Barrieren abbaut.
Das Herzstück ist eine interaktive Online-Karte, die alle Straßen Berlins umfasst. Wer aktiv geworden ist und Müll gesammelt hat, kann den Ort eintragen und ein Foto der Aktion hinzufügen. So entsteht eine Dokumentation des bürgerschaftlichen Einsatzes, die auch andere zum Mitmachen motiviert.

Brennpunkt Engelbecken: Engagement für unsere Parkanlagen
Jeder, der in der Luisenstadt lebt, kennt das Bild: Sobald die Sonne scheint, füllen sich die Wiesen rund um das Engelbecken. Doch am Montagmorgen bleibt oft ein Teppich aus Kronkorken, Einwegverpackungen und Glasscherben zurück.
Da der Ort leider immer noch nicht Teil des erweiterten BSR-Park-Reinigungsprojekts ist, bleibt die Last oft an den begrenzten Kapazitäten des Grünflächenamtes hängen.
Hier kann die „Kiezattacke“ als Brücke dienen. Wenn wir als Anwohner zeigen, dass wir bereit sind, selbst Hand anzulegen, entlasten wir nicht nur die Verwaltung, sondern setzen auch ein klares Zeichen gegen die Vermüllung.
Die „Spots“: Infrastruktur für engagierte Nachbarn
Das größte Hindernis für spontane Clean-ups ist oft das fehlende Material. Die Initiative setzt deshalb auf sogenannte „Spots“:
- Lokale Läden, Cafés oder Büros fungieren als Anlaufstellen.
- Dort werden kostenlos spezielle Müllsäcke ausgegeben.
- Teilweise werden sogar Greifzangen an Freiwillige verliehen.
- Das Ziel der Gründer sind 1.000 solcher Standorte in ganz Berlin.
Auf der Fischerinsel gibt es laut der Online-Karte bereits einen aktiven Spot. Es wird Zeit, dass wir in der Luisenstadt nachziehen. Stellen Sie sich vor, wir hätten Spots direkt am Heinrich-Heine-Platz oder in der Köpenicker Straße – die Hürde, beim Spaziergang kurz zum Greifer zu greifen, würde massiv sinken.
Fokus auf Spielplätze und Sicherheit
Besonders wichtig ist den Machern der Schutz der Kinder. Müll auf Spielplätzen beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität und das Miteinander im Kiez. Aktuell werden rund 1.800 öffentliche Berliner Spielplätze in die Karte integriert. Mit der Spendenkampagne „Lust auf saubere Spielplätze in Berlin“ finanzieren die Initiatoren die notwendige Datenbankpflege.
Wer mit Kindern sammelt, weiß: Die Kleinen sind oft mit Begeisterung dabei. Speziell gekennzeichnete Müllsäcke können zudem direkt auf BSR-Abfallkörbe gestellt werden. Druckvorlagen für Mitmach-Aufrufe lassen sich einfach auf der Webseite herunterladen.
Fazit: Luisenstadt, packen wir es an!
Die Vision der „Kiezattacke“ ist groß: Ein stadtweiter Aufruf mit 10.000 Beteiligten, um Berlin in einer Stunde sauber zu machen. Aber der Wandel beginnt im Kleinen – in unserer Nachbarschaft, an unserem Engelbecken.
Wir alle haben es in der Hand – 1.000 Kiezattacke-Spots sollen es werden!
- Werden Sie zum Spot: Haben Sie ein Geschäft oder Büro? Registrieren Sie sich als Partner.
- Nutzen Sie die Karte: Dokumentieren Sie Ihre Sammelaktionen, egal wie klein sie sind.
- Schützen wir unsere Räume: Damit das Engelbecken auch im Hochsommer ein Ort bleibt, an dem wir uns gerne aufhalten.
In einer sauberen Nachbarschaft lebt es sich besser. Gehen wir den ersten Schritt.
Service-Check: So machen Sie direkt mit
Wer nun Lust bekommen hat, in der Luisenstadt aktiv zu werden, findet hier alle wichtigen Informationen auf einen Blick:
- Equipment erhalten: An den sogenannten „Spots“ (Läden, Cafés, Büros) erhalten Sie kostenlos spezielle Kiezattacke-Müllbeutel.
- Greifzangen leihen: Viele Spots verleihen auch professionelle Greifzangen. Bitte beachten Sie, dass diese nur zur Ausleihe gedacht sind und manche Spots hierfür ein kleines Pfand verlangen.
- Standorte finden: Auf der interaktiven Kiezattacke-Karte sehen Sie sofort, wo sich der nächste Spot in Ihrer Nähe befindet – zum Beispiel auf der Fischerinsel.
Bleiben Sie vernetzt:
Folgen Sie der Initiative oder melden Sie Ihre Aktionen über die sozialen Kanäle:
- WhatsApp (Direktkontakt & Infos): +49 (0)162 5844913
- Instagram: @kiezattacke
- Facebook: Kiezattacke
- LinkedIn: Kiezattacke gUG
- TikTok: @kiezattacke
Gemeinsam machen wir unsere Luisenstadt ein Stück sauberer!

Abbildung oben: Da geht noch was – 1.000 Kiezattacke-Spots sollen es werden! (Screenshot Stand Mitte Mai 2026)