Volker Hobrack im Interview mit dem Fernsehen an der Lichtgrenze in der Luisenstadt 2014

Köpfe der Luisenstadt: Volker Hobrack – Die unermüdliche Stimme der Nachbarschaft

LETZTE ÄNDERUNG am Sonntag 5. Juli 2026 15:47 durch Luise


Ein Kiez lebt von den Menschen, die sich beharrlich für ihn einsetzen. Volker Hobrack ist zweifellos so ein Mensch. Der von Haus aus studierte Bauingenieur ist in der Luisenstadt tief verwurzelt – schon seine Großeltern schwärmten davon, wie sie in den 1930er Jahren eine Wohnung in der damals lebhaften Köpenicker Straße bezogen.

Heute ist Hobrack aus dem Kiez-Geschehen nicht mehr wegzudenken und engagiert sich auf beeindruckend vielfältige Weise für die Gegenwart und die Vergangenheit Berlins.

Kämpfer für Bürgerinteressen und behutsame Stadtentwicklung Wenn es um die Zukunft des Kiezes geht, sitzt Volker Hobrack oft mit am Tisch.

Als Sprecher der Betroffenenvertretung für das Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt vertritt er die Interessen der Nachbarschaft gegenüber Behörden und Bauherren. So brachte er sich beispielsweise als Gast im Preisgericht des Kunstwettbewerbs für den Neubau der Grundschule in der Adalbertstraße ein.

Auch für den Bürgerverein Luisenstadt e.V. ist er aktiv unterwegs, etwa als Vertreter bei öffentlichen Workshops, in denen es um die schwierigen Verkehrskonzepte und die Sicherheit für Rad- und Fußgänger in der südlichen Luisenstadt ging.

Bewahrer der Geschichte und Gedenkkultur Neben der Stadtentwicklung von morgen schlägt sein Herz für die Geschichte von gestern. Schon kurz nach dem Mauerfall, im Jahr 1991, war Hobrack Vorsitzender der Arbeitsgruppe Straßenumbenennungen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte.

In hitzigen Zeiten setzte er sich damals erfolgreich dafür ein, dass Straßen, die nach Opfern des Nationalsozialismus und antifaschistischen Widerstandskämpfern (wie Käthe Niederkirchner) benannt waren, ihre Namen behielten.

Seine historische Expertise teilt er auch als Autor und Herausgeber. Er verfasste das Buch „Frauen in Berlins Mitte: Frauenstrassennamen“ und war Mitherausgeber des Werks „Spuren der Geschichte. Neue Gedenktafeln in Berlins Mitte“. Zudem gehört er zu den Unterstützern des „Bürgerforums Historische Mitte Berlin“, das sich für den Erhalt des historischen Stadtkerns einsetzt.

Geschichtenerzähler im Alltag Wie gut er die Historie mit dem heutigen Kiez-Alltag verbindet, zeigt sich in seiner Arbeit für den Bürgerverein Luisenstadt. Für die beliebte Online-Rubrik „Vorbeigegangen…“ greift Hobrack regelmäßig selbst zur Feder und berichtet über oft übersehene, aber spannende Orte in der Nachbarschaft. So schrieb er detailliert über die historischen Bunker- und Tunnelanlagen unter der Dresdener Straße und die über 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Verein Berliner Unterwelten e.V., um diese Anlagen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Volker Hobrack vereint den analytischen Blick des Bauingenieurs mit der Leidenschaft des Lokalhistorikers. Durch sein unermüdliches, oft im Hintergrund stattfindendes Engagement sorgt er dafür, dass die Luisenstadt nicht nur zukunftsgerecht entwickelt wird, sondern dabei auch nie ihre historische Seele vergisst.


Volker Hobrack im Interview mit dem Fernsehen an der Lichtgrenze in der Luisenstadt 2014
Volker Hobrack im Interview mit dem Fernsehen an der Lichtgrenze in der Luisenstadt 2014 – Klick für eine Großansicht

Bild oben: Volker Hobrack im Interview mit dem Fernsehen an der Lichtgrenze in der Luisenstadt 2014 (Foto: Archiv BV)


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