LETZTE ÄNDERUNG am Sonntag 5. Juli 2026 15:48 durch Luise
Lange haben wir darauf gewartet, nun wird es endlich Realität: Der neue Spreeuferweg wird offiziell freigegeben. Und zwar nicht nur als kurzes Teilstück, sondern als zusammenhängender Pfad von der Schillingbrücke bis vor zum Wilhelmine-Gemberg-Weg.
Zwar bleibt das Ganze aufgrund der komplexen Spundwandsanierung bis voraussichtlich 2029 ein funktionales Provisorium, doch der lang ersehnte Durchgang direkt am Wasser ist damit endlich offen.
Von Luise
Spreeufer Sommerfest Fotoalbum – Klick zum Album – (Fotos: Archiv BV)
Es ist passiert. Der neue Spreeuferweg ist amtlich eröffnet worden. Inzwischen können wir einige Schnappschüsse vom gelungene Sommerfest präsentieren: Schau hier ins Fotoalbum in der Cloud: Photos.app.goo.gl/1wwpQjixE3XTKDGn6 und hier sind die teils auch noch provisorischen Geschichtsinseln
Die Nachricht wird viele Anwohnerinnen und Anwohner aufatmen lassen, die den Baufortschritt am Paula-Thiede-Ufer in den letzten Monaten aufmerksam verfolgt haben. Um den Geländesprung zur Spreeterrasse zu überwinden, wurde in den vergangenen Wochen intensiv am neuen „Spreebalkon“ gearbeitet.
Ein Blick auf die aktuellen Planungen (siehe Karte) zeigt die Dimension des Projekts: Der gestrichelte Pfad schließt eine der letzten großen Lücken an unserem Spreeufer. Fußgänger können nun barrierefrei vom Deutschen Architekturzentrum (DAZ) komplett am Fluss entlang bis zur Schillingbrücke flanieren.
Abbildung: Blick über den gesamten Wegverlauf, wie er jetzt frei gegeben wird
Feiert die bunte Nachbarschaft mit?
Spannend wird auch sein, wie sich die direkte Nachbarschaft einbringt. Der Pfad führt schließlich an ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten vorbei:
Erleben wir zur Eröffnung ein gemeinsames Fest, bei dem auch das alternative Teepeeland und die Genossenschaft der Spreefeld-Gemeinschaft mitfeiern? Es wäre die perfekte Gelegenheit, um zu zeigen, wie der neue Uferweg die verschiedenen Facetten des Kiezlebens friedlich miteinander verbindet.
Update: Der Spreeacker feiert mit – Einladung in die essbare Landschaft
Passend zur Uferöffnung lädt das Pionierprojekt Spreeacker die gesamte Nachbarschaft ein, den neu gewonnenen Freiraum gemeinsam zu beleben. Das Team schreibt in seinem aktuellen Newsletter:
„Der Sommer ist da und die Gärten sind grün (…). Wir freuen uns sehr, bekannt geben zu dürfen, dass der öffentliche Uferweg an der Spree am Freitag, dem 26. Juni, offiziell eröffnet wird. Ein großer Tag für Spreeacker! Wir würden uns sehr freuen, euch dort zu sehen, besonders zwischen 14:00 und 16:00 Uhr.“
Inmitten der produktiven Stadtgärten direkt neben dem Spreefeld und dem Teepee Land wird es am Eröffnungstag einiges zu entdecken geben. Rechtzeitig zum Start wurden auch die Informationsangebote vor Ort rundum erneuert: Das Team hat frische Plakate mit Übersichten zur erstaunlichen Vielfalt der essbaren Nutzpflanzen, Beeren und Wildkräuter aufgestellt. Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf den Plakaten nun QR-Codes, die direkt auf die neue, verbesserte Spreeacker-Website führen.
Die Initiatoren Filiz, Ellen, Oliver, Michael und Ioanna betonen, dass der Ort vom Mitmachen lebt. Da die Gärten kontinuierlich weiterwachsen, freuen sie sich am Eröffnungstag und darüber hinaus über Ideen und Vorschläge aus der Nachbarschaft, um diese essbaren Landschaften am Wasser gemeinsam weiterzuentwickeln. – Mehr hier.
Die große Frage: Was wird aus den drei (oder vier) Geschichtsinseln?
Ein weiteres Detail, auf das wir achten müssen: Geplant sind entlang des Pfades drei sogenannte „Geschichtsinseln“, die den historischen Kontext dieses Areals – geprägt von Industriegeschichte und der ehemaligen Berliner Mauer – beleuchten sollen.
Entwurf aus dem Jahr 2025: Eine Geschichtsinsel „Hinterlandsicherung“ (Büro Minigram)
Hier müssen wir vor Ort genau hinschauen: Werden die Geschichtsinseln zur Eröffnung bereits fertig und erlebbar sein? Oder müssen wir auf die historische Aufarbeitung noch etwas warten, während der Asphalt schon unter den Füßen trocknet? Wir werden es am Tag der Eröffnung erfahren – oder die Einladung wird noch in den nächsten Tagen mit Details upgedated.
„Entlang des Weges sind bis dahin vier Geschichtsinseln entstanden. Sie sollen an die industrielle Entwicklung des Gebietes, die Zeit als Grenzraum und die Nutzung nach dem Mauerfall erinnern. Die Inhalte erarbeitete das Büro „Die Exponauten“. Die Gestaltung und Umsetzung übernehmen „minigram und Stein“.“ – Wir haben bei der letzten Begehung im Mai allerdings noch nichts davon gesehen.
Die Fakten zur Eröffnung:
Wann: Freitag, 26. Juni 2026 Beginn ist um 14:00 Uhr, ein Kommen und Gehen ist bis 20:00 Uhr möglich
Wo: Treffpunkt ist direkt am neuen Spreeuferweg / Spreebalkon am Paula-Thiede-Ufer.
Anmeldung hier: Für die Teilnahme wird um eine vorherige Online-Anmeldung gebeten.
Man erhält danach eine „Buchungsnummer“ und die Bestätigung „Sie nehmen an dieser Veranstaltung kostenfrei teil“ 😃.
Eine Einlasskontrolle wird es vermutlich nicht geben.
Warum die Anmeldung?
Ob es am Ende tatsächlich Schaumwein, Saft oder Canapees gibt, bleibt abzuwarten (zu wünschen wäre es dem Anlass nach jahrelanger Planung ja!).
Der offizielle Grund für die Registrierung via Eveeno dürfte aber vor allem der Kapazitätsgrenze des neuen Spreebalkons geschuldet sein – Sicherheit und ein geordneter Ablauf gehen bei solchen Kiez-Events schließlich vor.
Ein Meilenstein für die Nördliche Luisenstadt
Auch wenn wir uns bis zur endgültigen, finalen Fertigstellung des Uferstreifens noch bis 2029 gedulden müssen: Diese Teilöffnung ist ein riesiger Gewinn für die Lebensqualität im Viertel. Endlich rückt die Spree wieder ein Stück näher an den Kiez heran.
Schnappt euch eure Kameras – wir sehen uns zur Eröffnung auf dem Balkon, stoßen auf die Nachbarschaft an und halten die Augen nach den Geschichtsinseln offen!
Update Mitte Juni: Spreebalkon fertig, Geschichtsinseln weiterhin im Verzug?
Das Fachportal Entwicklungsstadt.de hat bereits einen genauen Blick auf den fertiggestellten ersten Abschnitt zwischen dem Wilhelmine-Gemberg-Weg und der Schillingbrücke geworfen.
Der Bericht bestätigt, dass die barrierefreie, schmale Verbindung dicht am Wasser verläuft und über eine markante neue Treppenanlage an die Schillingbrücke angebunden wird. Neben neu gepflanzten Bäumen bildet der sogenannte „Spreebalkon“ am Paula-Thiede-Ufer ein gestalterisches Highlight.
Das Geheimnis der „Geschichtsinseln“ ist allerdings immer noch nicht gelüftet – jedenfalls ist nichts davon in den aktuellen Bilder zu sehen.
Es bleibt also spannend für die Chronik der Luisenstadt: Entlang des Weges soll es vier „Geschichtsinseln“ geben, die vom Büro Die Exponauten erarbeitet wurden. Sie sollen die bewegte Historie des Ortes im Stadtraum sichtbar machen – von der industriellen Blütezeit über die düsteren Jahre als DDR-Grenzraum bis hin zur wilden Nutzung der Brachen nach dem Mauerfall.
Den vollständigen Bericht mit aktuellen, schönen großen Bildern vom Spreeuferweg am Spreebalkon findet ihr direkt hier bei Entwicklungsstadt.de.