Ab 1. Juni 2026: Parkzone im Alexandrinenviertel

Vollzug im Sommer: Die neuen Parkzonen in der und rund um die Luisenstadt

LETZTE ÄNDERUNG am Freitag 5. Juni 2026 17:43 durch Luise


Das Bezirksamt nutzt das Jahr 2026 für eine massive Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Für den Bereich der südlichen Luisenstadt (bzw. die direkt angrenzenden Quartiere im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg) und das nähere Umfeld gelten folgende konkrete Starttermine für neue Parkzonen:

  • Zone 68 – Alexandrinenviertel (Direktes Einzugsgebiet Luisenstadt Süd):
  • Starttermin: 1. Juni 2026 (Also pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang)
  • Bewirtschaftungszeit: Täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr
  • Gebühren: 0,75 € pro 15 Minuten (3,00 € pro Stunde)

💬 Kiez-Debatte gestartet:
Unten in den Kommentaren startete eine Diskussion, über z. B. Parkplatznot / Geofencing diskutiert.
Lesen Sie die ersten Leserstimmen und diskutieren Sie mit!


  • Zone 69 – Mehringplatz (Westlich angrenzend / Südliche Friedrichstadt):
  • Starttermin: 1. August 2026 (Mitten in den Berliner Sommerferien)
  • Bewirtschaftungszeit: Täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr
  • Gebühren: 1,00 € pro 15 Minuten (4,00 € pro Stunde) – hier wird es also noch teurer!
  • Erweiterung Graefekiez / Teilabschnitt Blücherstraße (Zone 63):
  • Starttermin: Ebenfalls 1. August 2026
  • Bewirtschaftungszeit: Täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr
  • Gebühren: 0,75 € pro 15 Minuten (3,00 € pro Stunde)

Weitere Schritte im Jahr 2026 (Umfeld):

Bereits am 1. April startete die Zone Friedenstraße (54). Im Herbst folgen noch der Askanische Platz (58) am 1. Oktober (4 €/h) und das Samariterviertel (31) am 1. Dezember (3 €/h, hier sogar bis 24:00 Uhr).

Die offizielle Begründung des Bezirks

Das Straßen- und Grünflächenamt rechtfertigt den Schritt mit dem bekannten Argumentationsmuster der Mobilitätswende:

  • Hoher Parkdruck: Freie Stellplätze sind Mangelware.
  • Verdrängung & Effizienz: Der begrenzte öffentliche Raum soll effizienter genutzt, Pendlerautos verdrängt und die Nutzung privater Stellflächen (z.B. Tiefgaragen) attraktiver gemacht werden.
  • Klimaschutz und Lebensqualität: Weniger Suchverkehr bedeutet weniger Lärm und bessere Luft. Zudem kündigt das Amt an, durch regelmäßige Kontrollen das gefährliche Falschparken (z.B. in Kreuzungsbereichen) im Kiez rigoros zu bekämpfen.

Ausblick für die kommenden Jahre (2027/2028)

Wer hofft, dass danach Schluss ist, wird enttäuscht. Das Bezirksamt plant bereits die lückenlose Erfassung des restlichen Bezirksgebiets für die Jahre 2027 und 2028. In der Pipeline stehen unter anderem:

  1. Blücherstraße (PZ 62)
  2. Rathaus Yorckstraße (PZ 59)
  3. Richard-Sorge-Viertel (PZ 53)
  4. Hausburgviertel (PZ 32)
  5. Alt-Stralau (PZ 52)

Die Reihenfolge dieser kommenden Zonen richtet sich nach aktuellen Parkraumerhebungen und dem dort gemessenen Anteil an Fremdparkern.


„Sonne, Sommer, Strafzettel – nicht für Radelnde“

Während das Bezirksamt pünktlich zur Urlaubszeit den motorisierten Anwohnenden tief in die Tasche greift und das Alexandrinenviertel pünktlich zum Sommeranfang mit Parkscheinautomaten garniert, schaut die andere Hälfte der Mobilitätswende weiterhin ungestraft in die Röhre.

Wer sein Auto für 3 Euro die Stunde legal abstellen will, braucht bald ein dickes Portemonnaie – wer dagegen sein Lastenrad quer über den Gehweg flaggt oder den gemieteten E-Scooter direkt vor der Haustür im Slalom-Stil parkt, zahlt: nichts.

Parkraumbewirtschaftung für Zweiräder? Fehlanzeige! Vielleicht wartet das Straßen- und Grünflächenamt mit den Parkzonen für Roller und Fahrräder einfach bis zum Winter – damit das Eis auf den Gehwegen im Januar noch ein bisschen spannender zu belaufen ist.“

Schließlich ist das wilde Abstellen von E-Scootern und XXL-Lastenrädern auf den ohnehin engen Bürgersteigen der Luisenstadt für Fußgänger, Kinderwagen und ältere Menschen längst zu einem echten Slalomlauf geworden – während man beim Auto nun auf den Cent genau abrechnet.


Grafik oben und Quelle: BA Friedrichshain-Kreuzberg / Straßen- und Grünflächenamt
Stichwort „Parkraum“ hier im Blog

2 Kommentare zu „Vollzug im Sommer: Die neuen Parkzonen in der und rund um die Luisenstadt“

  1. Stimmt. Es braucht massiv Fahrradbügel am Fahrbahnrand, genauso für E-scooter. Warum hier seit 6 Jahren kein stadtweites Geofencing verpflichtend ist, kann auch niemand erklären. Gilt auch für alle Arten von motorisierten Zweirädern, die haben auf dem Gehweg auch nix zu suchen. Und gute, komfortable, sichere Abstellmöglichkeiten im ÖFFENTLICHEN Raum kann man ruhig mal bepreisen im Verhältnis zur benötigten Fläche. Private Verkehrsmittel gehören sowieso auf privaten Flächen dauergeparkt. Der Parkraum gehört massiv mehr strukturiert, für Kurzparken, Lieferverkehre, Menschen mit Schwerbehinderung und damit verbundene Services.

    1. Hallo Christoph,

      vielen Dank für diesen starken und differenzierten Kommentar! Du triffst den Nagel auf den Kopf: Die reine Einführung von Parkgebühren ist ja nur der erste (und für den Bezirk vor allem finanzielle) Schritt. Die eigentliche Kür der Mobilitätswende kommt erst danach – nämlich die gerechte Neuaufteilung des öffentlichen Raums.

      Dass das Thema Geofencing für E-Scooter und Leihräder in Berlin seit Jahren wie eine heiße Kartoffel angefasst wird, sorgt im Kiez völlig zu Recht für Kopfschütteln. Statt geordneter Parkzonen auf ehemaligen Kfz-Stellflächen dominiert oft immer noch das Mikado-Prinzip auf den Gehwegen. Das blockiert genau jene Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, für die der Raum eigentlich frei sein müsste.

      Dein Punkt mit den motorisierten Zweirädern ist ebenfalls ein blinder Fleck in der aktuellen Praxis: Wer die Gehwege für Fußgänger*innen attraktiv und sicher machen will, muss auch für Motorräder und Roller klare Kanten und eigene Zonen auf der Fahrbahn schaffen.

      Die Forderung, den Parkraum konsequent für Lieferverkehre, Kurzparker und Pflegedienste zu strukturieren, ist überfällig. Wenn der Platz am Straßenrand durch die neuen Zonen 68 und 69 hoffentlich bald leerer wird, darf dort kein Vakuum entstehen. Da müssen genau jene Fahrradbügel und Ladezonen hin, die du forderst.

      Wir bleiben in der Luisenstadt dran und schauen genau hin, wie viel vom eingenommenen Parkgeld am Ende wirklich in die Kiez-Infrastruktur zurückfließt!

      Beste Grüße,
      Luise

Hier kannst du gern kommentieren. Der Spamfilter ist allerdings scharf gestellt!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.