LETZTE ÄNDERUNG am Sonntag 28. Dezember 2025 17:47 durch BV LuiseNord
Der erste Teilabschnitt des Spreeuferwegs wird 2026 eröffnet. Workshop der Betroffenenvertretung zu den Geschichtsinseln.
Der Bau des provisorischen Spreeuferwegs ist ein weiteres Stück vorangekommen. Am Paula-Thiede-Ufer ist der sogenannte »Spreebalkon« errichtet worden.
Dort muss der Uferweg einen Geländesprung überwinden, eine lange Rampe führt hoch zum Bona-Peiser-Weg und dem roten Bürohaus, in dem die Bundeszentrale von ver.di untergebracht ist (und das nach dem Umzug von ver.di Berlin Brandenburg nach Charlottenburg seit Ende 2023 etwa zur Hälfte leer steht).
Zumindest der Teilabschnitt des Uferwegs zum Wilhemine-Gemberg-Weg könnte somit 2026 eröffnet werden.
Allerdings nur provisorisch: Denn die Sanierung der Uferwand der Spree steht noch aus. Die wird zwar zum Großteil vom Wasser aus stattfinden, ein Stück Uferstreifen direkt an der Spree wird aber dennoch benötigt und kann erst nach der Sanierung der Spundwände gestaltet werden.

Die Abstimmungsprozesse laufen, sie sind kompliziert, weil sowohl Bundes, Landes als auch Bezirksbehörden und beauftragte Gesellschaften beteiligt sind.
Die Spree ist nämlich eine Bundeswasserstraße, für die der Bund respektive das Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Spree-Havel zuständig ist. Die Mittel für die Sanierung muss aber das Land Berlin aufbringen, dem der Uferstreifen gehört.
Und für die Gestaltung der Grünanlage am Ufer ist schließlich der Bezirk verantwortlich. Der hat diese Aufgabe an die STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH als externen Maßnahmenträger übertragen, die wiederum das Landschaftsarchitekturbüro gruppe F eingesetzt hat.
Auch die ersten »Geschichtsinseln« entlang des Spreeuferwegs sind inzwischen bereits entwickelt. Die Inhalte wurden abgestimmt, die Feinplanung erarbeitet und die Umsetzung geplant.
Aktuell befinden sie sich in der Produktion und werden nächstes Jahr entlang des Spreeuferwegs aufgestellt. Sie stoßen allerdings nicht überall auf Begeisterung, wie jetzt bei einem Workshop der Betroffenenvertretung Nördliche Luisenstadt deutlich wurde.
Denn die Initiatoren dieser Stelen, die auf die Historie des Ortes in unterschiedlichen Themenfeldern hinweisen sollen, hatten sich ursprünglich viel mehr Information und Hintergrundvermittlung gewünscht.
Soviel Platz, um Bezüge ausführlich zu erläutern, ist auf den Stelen aber nicht vorhanden. Und auch QR-Codes, die auf weiterführende Informationen etwa zur Geschichte der Berliner Clubszene oder der Berliner Mauer hinweisen, konnten nicht aufgebracht werden.
Dabei wäre eine intelligente Verknüpfung von Geodaten mit historischen Informationen sogar richtungsweisend für die ganze Stadt.
Auf dem Workshop wurde die Frage gestellt, inwieweit sich die Leitlinien zur Spreeuferentwicklung, die im Jahr 2015 unter breiter Beteiligung ausgearbeitet und beschlossen wurden, in der Praxis bewährt haben.
In der Sitzung wurde jedoch festgelegt, noch weiteren Anwohnenden und Mitgliedern der Betroffenenvertretung die Möglichkeit der Beteiligung einzuräumen.
Die ausgegebenen Arbeitsblätter sollten auch zuhause noch ausgefüllt und an die Initiatoren weitergeleitet werden. Das Ergebnis des Workshops ist somit noch offen.
Quelle: cs in der ecke köpenicker 6 Dezember 2025 Januar 2026
Bild oben: Baustelle am Spreeufer nahe Ver.di (Foto: Ch. Eckelt)
