Die Lilienthal-Maschinenfabrik in der Erinnerung der KI Nano Banana

Beton-Segen an der Köpenicker – Das Quartier Lilienthal landet (endlich)

LETZTE ÄNDERUNG am Montag 9. März 2026 13:07 durch Luise


Manchmal dauert es in der Luisenstadt eben etwas länger. Schon 2015, als wir alle noch jünger waren und „Gentrifizierung“ noch für ein Fremdwort hielten, wurde der Wettbewerb für das Areal an der Köpenicker Straße und heutige Quartier Lilienthal (nahe U-Heinrich-Heine-Straße) ausgelobt.

Jetzt, elf Jahre später, meldet Entwicklungsstadt.de: Es wird ernst! Im dritten Quartal 2026 soll das „Quartier Lilienthal“ fertig sein.

Lilienthal Quartier im Bau - Foto: Juli 2025 (Archiv BV)
Lilienthal Quartier im Bau – Foto: Juli 2025 (Archiv BV)

Was uns da vor die Nase gesetzt wird:

  • Wohnen für (fast) alle: 102 Mietwohnungen entstehen hier. Der Clou: 40 davon sind gefördert und starten bei schlanken 6,90 Euro pro Quadratmeter. Das ist in dieser Lage fast so selten wie ein freier Parkplatz am Moritzplatz.

  • Gewerbe-Gigantismus: Satte 8.000 Quadratmeter Gewerbefläche ziehen mit ein. Wir sind gespannt, ob dort die Nahversorgung einzieht oder der zehnte Co-Working-Space für digitale Nomaden.

  • Architektur-Slalom: Um den alteingesessenen WBM-Mietern aus den 60ern nicht die Sicht auf den Asphalt zu nehmen, ist der Riegel zur Straße hin flach gehalten. Nur am östlichen Ende schraubt sich ein zwölfgeschossiger Hochpunkt in den Himmel – quasi als Ausguck Richtung Kreuzberg.

Quelle & Details: Entwicklungsstadt.de


Luises Fazit:

Das ist ja ein Ding – pünktlich zum vermeintlichen „Ende“ des Sanierungsgebiets 2027 wird also das „Quartier Lilienthal“ an der Köpenicker Straße fertig. Ein landeseigenes WBM-Projekt, das zeigt: Wenn die Privatwirtschaft zögert, baut eben die Stadt – nur eben mit zehn Jahren Anlauf.

Schön, dass der ehemalige Parkplatz endgültig verschwunden ist. Dass es von der Idee bis zum Einzug über ein Jahrzehnt dauert, verbuchen wir unter „Berliner Geduldstraining“.

Bleibt nur zu hoffen, dass die 58 barrierefreien Wohnungen auch wirklich für die Kiez-Senioren reserviert bleiben und nicht als Cluster-Wohnungen für Start-up-WGs enden.

Denkmalabsichten?

Lilienthal Quartier im Bau - Foto: Juli 2025 (Archiv BV)
Diese Otto Lilienthal Erinnerungsstele befand sich am Rand des Parkplatzes an der Köpenicker Straße

Dass das Projekt „Quartier Lilienthal“ heißt, ist kein Zufall. Otto Lilienthal hatte in der Köpenicker Straße 110–113 (direkt auf diesem Areal) seine „Maschinenbau-Fabrik Otto Lilienthal“. Dort wurden nicht nur seine Flugapparate gebaut, sondern vor allem Dampfmaschinen und Dampfkessel, die das Geld für seine Flugversuche einbrachten.

Hier ist der Stand zu den Denkmalabsichten:

  1. Die verschwundene Fabrik: Von der ursprünglichen Fabrik ist oberirdisch nichts mehr übrig – sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Was blieb, war die Brachfläche, die jahrzehntelang als Parkplatz diente.

  2. Gedenken statt Denkmalschutz: Da keine historische Bausubstanz mehr vorhanden war, die man unter Schutz stellen konnte, hat man sich für die „erinnernde Architektur“ entschieden. Das Projekt trägt deshalb den Namen Lilienthal, und es gibt Bestrebungen (oft angestoßen durch den Bürgerverein und Volker Hobrack), vor Ort eine entsprechende Gedenktafel oder eine Informationsstele zu installieren.

  3. Die Archäologie des Fliegens: Bei den Erdarbeiten wurde penibel darauf geachtet, ob man Fundamentreste der alten Werkstätten findet. Da aber das gesamte Areal für die Tiefgarage des Neubaus ausgehoben wurde, ist das „Denkmal“ jetzt eher im Namen und in der Geschichte des Ortes verankert.


Die Lilienthal-Maschinenfabrik in der Erinnerung der KI Nano Banana
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„Lilienthal nicht vergessen“ – Mehr als nur ein Name an der Fassade!

Während die WBM ihr „Quartier Lilienthal“ hochzieht, erinnert die Initiative „Lilienthal nicht vergessen“ rund um Volker Hobrack daran, dass der Name verpflichtet. Es reicht nicht, ein Hochhaus nach einem Genie zu benennen, wenn man gleichzeitig die Erinnerung an seine bahnbrechende Fabrik in der Tiefgarage vergräbt.

Wir fordern gemeinsam mit der Initiative:
Die Luisenstadt braucht diesen Ort des Gedenkens und der Begegnung – und zwar zu Mieten, die nicht wie Lilienthals Gleiter abheben! Wenn das Sanierungsgebiet 2027 endet, darf die soziale und historische Seele des Kiezes nicht einfach abgewickelt werden.

Luise sagt: Schaut hin, bevor der Beton alles schluckt!


Wer also glaubt, hier würde nur schnöder Wohnraum hochgezogen, irrt. Wir wohnen dort auf heiligem Boden des Flugpioniers Otto Lilienthal.

Auch wenn seine Fabrik längst weggebombt ist, soll der Name ‚Quartier Lilienthal‘ uns daran erinnern, dass in der Köpenicker Straße früher nicht nur geparkt, sondern Geschichte geschrieben wurde. Hoffen wir mal, dass die Mietpreise dort nicht genauso abheben wie Ottos Fluggleiter damals am Fliegeberg!“


Mehr „Lilienthal“ hier im Blog

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