LETZTE ÄNDERUNG am Dienstag 14. April 2026 14:29 durch Luise
2020 besuchte Ulli Zelle für die Abendschau das Marinehaus – damals herrschte dort noch gespenstische Stille. Heute, sechs Jahre später, gewährt ein aktueller rbb24-Bericht exklusive Einblicke in das Innere einer der komplexesten Baustellen Berlins.
Wir vergleichen den Dornröschenschlaf von damals mit der Riesen-Baustelle von heute. Eine steile Vorlage auch für alle, die beim „Pizzatalk“ am 29. April im dialog 101 mitreden wollen!
Es ist eines der markantesten Gebäude am Spreeufer und für uns in der Luisenstadt der kulturelle Anker: das Märkische Museum. Seit 2023 ist das Haus geschlossen, und hinter den dicken Mauern des Ludwig-Hoffmann-Baus findet eine bauliche Herz-OP am offenen Patienten statt.
Ein aktueller Filmbericht von Sebastian Schneider für den rbb24 (Quelle siehe unten) gewährt uns nun seltene Einblicke in das Innere – und zeigt, wie komplex der Weg zum neuen „Museumsquartier am Köllnischen Park“ wirklich ist.
Die Mammutaufgabe: Sanierung im Bestand
Wer das 6-minütige Video des rbb sieht, erkennt sofort: Hier wird nicht nur ein bisschen Farbe aufgetragen. Es ist eine Totalsanierung. Das Hauptproblem ist die historische Substanz, die über Jahrzehnte (und nach dem Krieg teilweise provisorisch) instand gesetzt wurde.
Die Kernpunkte der aktuellen Reportage:
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Barrierefreiheit & Klimatechnik: Das Museum wird erstmals komplett barrierefrei erschlossen. Dafür müssen massive Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen werden, um Aufzüge und moderne Lüftungsanlagen zu integrieren – ein Albtraum für jeden Denkmalschützer, aber eine Notwendigkeit für ein modernes Museum.
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Der „Rohbau“-Zustand: Im Inneren sieht es derzeit aus wie in einer Kathedrale aus Staub und Gerüsten. Die wertvollen Exponate sind eingelagert, und man erkennt die architektonischen Details des Hoffmann-Baus so pur wie selten zuvor.
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Kosten und Zeitplan: Wie bei vielen Berliner Großprojekten ist Geduld gefragt. Die Wiedereröffnung ist für Ende der 2020er Jahre geplant. Die Kosten für das Gesamtprojekt (Museum plus Marinehaus) bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich.
Das Marinehaus: Die zweite Säule des Quartiers
Besonders spannend für uns im Kiez ist die Entwicklung des Marinehauses. Es soll künftig als „Schaufenster“ und offenes Forum dienen – ein Ort für Veranstaltungen und Partizipation.
Damit rückt das Museum näher an die Stadtgesellschaft heran. Das Museumsquartier wird damit nicht nur ein Ort für Touristen, sondern ein echter Begegnungsort für die Nachbarschaft.
Mittwoch 29. April 18 Uhr
Pizzatalk zum Kulturzentrum Marinehaus
Der künstlerische Projektleiter Andreas Scherffig und sein Team Marinehaus locken mit kostenloser Pizza zur offenen Sprechstunde über das neue Kulturzentrum der Stiftung Stadtmuseum Berlin am Köllnischen Park.
Ort: Stadtteilladen dialog 101
Ein städtebaulicher Meilenstein
In Kombination mit dem gerade erst begonnenen Ersatzneubau des Waisentunnels und der Debatte um den Molkenmarkt wird deutlich: Das Viertel rund um das Märkische Museum ist derzeit einer der spannendsten Transformationsorte Berlins.
Wenn das Museum eines Tages seine Tore wieder öffnet, wird es in einer völlig neu geordneten Umgebung stehen.
Für alle, die nicht so lange warten wollen: Schaut euch unbedingt den Videobeitrag des rbb von Dorit Knieling an. Es ist faszinierend zu sehen, wie die massiven Backsteinmauern für die Zukunft fit gemacht werden. Hier der Link zur ARD-Mediathek:
Quelle: Berliner Abendschau, 10.4.2026, Beitrag von Dorit Knieling / rbb-progressive.ard-mcdn.de
QUELLE
Link zum Beitrag & Video, Autor Sebastian Schneider aus der neuen Reihe „Bau fällig“ mit zahlreichen Fotos: „Märkisches Museum: Ein Labyrinth, das keiner mehr liebte“
Bild oben: Das Märkische Museum in der Luisenstadt an der Spree am Köllnischen Park im Dezember 2022 (Foto: Ch. Eckelt für die ecke Köpenicker)
