Marinehaus Visual - Quelle: Stadtmuseum.de

Das Marinehaus als magischer Ort. Die „ecke“ war schon dort.

LETZTE ÄNDERUNG am Donnerstag 30. April 2026 22:39 durch Luise


Neue Einblicke in die Baustellen des Märkischen Museums und des Marinehauses.

In den letzten zwei Jahren war es sehr ruhig um das Märkische Museum und das Marinehaus geworden. Das ist ganz natürlich, denn bekanntlich wird das Märkische Museum seit 2023 umfassend saniert und ist daher geschlossen. Auch das benachbarte Marinehaus, das bislang eher ein Schattendasein führte, wird von Grund auf umgebaut.

Nach Abschluss der Sanierung und Umgestaltung werden beide Gebäude die Herzkammern des neuen Museums- und Kreativquartiers am Köllnischen Park bilden. Denn bis 2029 soll hier nicht weniger entstehen als »ein neuartiger Ort mitten in Berlin, der dazu einlädt, die Stadt zu (er)leben, zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Ein Ort der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft«, so jedenfalls heißt es auf der Website des Stadtmuseums Berlin.

Dieser Beitrag erschien als Artikel in der aktuellen Ausgabe der Stadtteilzeitung
Dieser Beitrag erschien als Artikel in der aktuellen Ausgabe der Stadtteilzeitung „ecke köpenicker“ Siehe Download-Link unten

Während das traditionsreiche, 1908 eröffnete Museum nach seiner Wiedereröffnung vor allem von der älteren und jüngeren Geschichte der Stadt erzählt, wird das Marinehaus zu einem »Spot für Popkultur, Kreativität und Stadtleben«, kurz: einem Kulturzentrum, das zum Mitmachen einlädt.

Ein »kreatives Ping-Pong« erhofft sich die Crew um Museumschefin Sophie Plagemann, die 2024 in Paul Spies’ Fußstapfen als künstlerischer Direktor des Stadtmuseums trat.

Doch derzeit ist noch die BIM (die landeseigene Berliner Immobilienmanagementgesellschaft) Herrin im Hause, nämlich Bauherrin. Und die hat jetzt, etwa zur Halbzeit der gesamten Baumaßnahme, die Türen für einige Besucherinnen und Besucher geöffnet und Einblicke in die Baustelle erlaubt: etwa dem rbb, der kürzlich dem Thema einen sehenswerten und ausführlichen Beitrag in der »Abendschau« widmete.

Dabei werden im Museum grundlegende Umbauten vorgenommen, was bei einem Baudenkmal eine echte Herausforderung sowohl für die Denkmalpflege als auch für das beauftragte Architekturbüro SSP Rüthnick Architekten und die Bauausführenden ist.

Doch das Museum soll erstmals komplett barrierefrei erschlossen werden. Deshalb wird der Haupteingang in den Innenhof verlegt, Aufzüge und auch moderne Klimatechnik und Belüftungsanlagen müssen eingebaut werden.

Weitere Herausforderungen gibt es im Keller des Gebäudes: Denn wegen der Nähe zur Spree ruhen das Märkische Museum (und das Marinehaus) auf bis zu acht Meter langen Pfählen, neue Pfähle müssen in den Boden getrieben werden.

Damit der Keller künftig trocken ist und dem Grundwasser standhält, wurde zusätzlich eine abdichtende Konstruktion aus Stahlwänden und Beton hergestellt.

Auch das Marinehaus, das mehr als 30 Jahre leer stand, bietet derzeit faszinierende An- und Einsichten:

Das Vorderhaus des mehrgeschossigen Gebäudes wurde komplett entkernt, die Außenwände werden deshalb durch schwere Stahlkonstruktionen gestützt. Im Inneren wirkt der entkernte Bau, in dem man vom Keller bis unters Dach blicken kann, wie eine Kathedrale.

Nach dem Entwurf des dänischen Architekturbüros ADEPT wird hier eine mehrstöckige, variabel bespielbare Holzkonstruktion in das Haus gebaut: ein Haus im Haus sozusagen.

Künftig sollen hier Veranstaltungsräume, ein Theater, Werkstätten, ein Café und Studios für Kunstschaffende entstehen.

Während die Arbeiten an der »Hardware« kontinuierlich vorangehen, bleiben auch die Zuständigen für die »Software« nicht untätig und haben dafür ein originelles offenes Format kreiert:

Seit Anfang des Jahres laden Andreas Scherffig, Künstlerischer Projektleiter des Marinehauses, Leonie Seitz (Projektassistenz Marinehaus) und weitere Team-Mitglieder jeden Monat alle Interessierten zum »Pizza-Talk« in den Stadtteilladen dialog 101 ein.

Die Idee: mit einem leckeren Stück Pizza in der Hand lässt es sich ungezwungener und lockerer über neue Ideen und überhaupt die Zukunft des Marinehauses plaudern.

Wer also eine Idee für das Haus hat oder einfach nur neugierig ist, sollte einfach mal beim »Pizza-Talk« vorbeischauen.

Der nächste findet am 1. Juli statt, vielleicht wieder mit einem Special Guest? Info zeitnah auf der Seite www.Stadtmuseum.de/veranstaltungen/pizzatalks-marinehaus.

us


»Pizza-Talk«, Mittwoch, 1. Juli, 18 Uhr, Stadtteilladen dialog 101

Mehr Informationen über die Baustellen insgesamt bieten die Websites www.Stadtmuseum.de/museum/maerkisches-museum und www.Stadtmuseum.de/museum/marinehaus.

Dort findet man auch neben einem »Baustellenblog« und beeindruckenden Fotos der Baustellen natürlich auch die nächsten Pizza-Talk-Termine.

Siehe auch
„Märkisches Museum Update: Ein Blick hinter die Planen der Langzeit-Baustelle“

Bild oben: Visualisierung – Das neue Marinehaus wird magisch (Quelle: Stadtmuseum.de)


ecke koepenicker 1/2026
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