BerlinHistory App Website Screenshot

Die „berlinHistory App“ ist ein Angebot für uns Einheimische

Print Friendly, PDF & Email

Der folgende Beitrag erschien als Artikel in der Stadtteilzeitung „ecke köpenicker No. 4 September Oktober 2022“


Berlin- und Stadtteil-Geschichte per Smartphone

In Berlin gibt es seit einiger Zeit eine neue Handy-App für lokale Geschichte.

Unter anderem bietet die App die Möglichkeit, sich auf einer Karte von Berlin über die Historie bestimmter „Points of Interest“ zu informieren.

Das Projekt steht noch am Anfang und ist auf die Mitarbeit vieler Freiwilliger angewiesen.

Die berlinHistory App wird von einem Verein angeboten, in dem über 50 Kulturinstitutionen und Geschichtsinitiativen Berlins miteinander kooperieren.

Dazu gehören praktisch alle großen Institutionen, die sich mit der Geschichte der Stadt auseinandersetzen:
von der Stiftung Stadtmuseum Berlin über das Deutsche Historische Museum bis zur Stiftung Berliner Mauer, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Landesarchiv, was aber nur eine höchst unvollständige Auflistung darstellt.

Wichtige Partner fehlen noch

Man vermisst freilich den Bezirk Mitte in der Liste der Kooperationspartner. Lichtenberg und Charlottenburg-Wilmersdorf beteiligen sich dagegen bereits.

Eigentlich könnten auch die Projekte und Ausstellungen des Mitte-Museums in diese App eingestellt sein, etwa die digitale Aufarbeitung der Ausstellung zur Geschichte des Rathauses Tiergarten. Das könnte zusätzlich Interessenten dazu motivieren, sich die Ausstellung im Rathaus an der Turmstraße anzuschauen – oder die Möglichkeit bieten, sich auch außerhalb der Öffnungszeiten zu informieren, bei einem Wochenend-Spaziergang durch Moabit etwa. Vermutlich wird es aber irgendwann dazu kommen, dass sich auch der Bezirk Mitte in diese App einbringt.

Denn es ist wesentlich effektiver, hier eine Projektdokumentation in digitaler Form zu veröffentlichen als Broschüren zu drucken, die dann meist doch nur herumliegen. Das gilt natürlich auch für die vielen privaten Initiativen, die sich mit Stadtgeschichte beschäftigen.

Der jährliche Tag des offenen Denkmals am ersten Wochenende im September beweist ja immer wieder aufs Neue, wie viele solcher Initiativen es gibt.

Mehrwert: Rundgänge, Audio-Führungen

Die Rundgänge und Führungen, die für diesen Tag ausgearbeitet werden, lassen sich relativ leicht zu einem Beitrag zu einem „Point of Interest“ umarbeiten und in die App einbringen. Und dieser Beitrag lässt sich mit Links versehen, zur Website der Autoren des Beitrags zum Beispiel oder zu den Publikationen, die diese zum Thema veröffentlicht haben.

Allerdings werden die Beiträge redaktionell geprüft und gegebenenfalls überarbeitet. Nicht alles landet also sofort in der App. Das gibt den Nutzern und -innen die Sicherheit, seriöse und gut aufbereitete Informationen zu erhalten.

Beteiligen kann man sich auf vielfältige Art, etwa mit Fotos. In einer Aktion werden zum Beispiel ganz gezielt aktuelle Vergleichsaufnahmen zu historischen Stadtfotos gesucht. Die sollten möglichst in derselben Perspektive aufgenommen sein wie die historischen Originale.

Mit einem speziellen Tool werden beide Bilder übereinander gelegt zu einem Zeitfenster, in dem man per Schieber zwischen heute und früher wechseln kann. Auch kleine Filme oder Audio-Dateien lassen sich einbinden.

Beim Stöbern auf der App finden sich zum Beispiel auch Kopfhörer-Rundgänge, die ursprünglich zu besonderen Anlässen erarbeitet worden waren.

Eine Bürger-App – und jeder kann mitmachen

Die multimediale Vielfalt sollte jedoch nicht zu dem Irrtum verleiten, die App sei hauptsächlich ein Angebot für Touristen. Das ist sie höchstens nebenbei für geschichtlich schon vorgebildete Gäste der Stadt. Denn sie unterbreitet ja keine vorgekauten Häppchen der Stadtgeschichte wie eine Stadtrundfahrt, sondern liefert sehr unterschiedliche Themen und Inhalte, mit denen man sich – so man denn mag – auseinandersetzen muss. Das kann auch anstrengend sein.

Diese App ist ein zusätzliches Angebot, für uns Einheimische, für Stadtbürger und -innen, die Fragen stellen wie „Was ist das für ein Ort, wo ich lebe“ und „Wie war es hier früher?“

Text: „cs“ in der Stadtteilzeitung „ecke köpenicker No. 4 September Oktober 2022“

Abbildung oben: Screenshot der Startseite BerlinHistory.app

Zur Website und zum Download der App für Android und iPhone:

BerlinHistory.app

Hinweis: Dummerweise und unnötig versteckt ist das wichtige Hauptmenü der Website. Sie finden es oben als Leiste, die aber erst sichtbar wird, wenn Sie etwas auf der Startseite herunterscrollen.


ecke köpenicker 4 Sept Okt 2022 - hier lesen/downloaden
ecke köpenicker 4 Sept Okt 2022 – hier lesen/downloaden

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.